Klang und Macht

2021 Fachkurs MUSIK (Oberstufe)

Klimawandel, Hungersnöte, Politikverdrossenheit – „Musik ist keine Lösung“ betont, mit feiner Ironie versehen, Alligatoah. Trotzdem ist die Verbindung von Musik und Politik so alt, wie die Musik selbst. Was aber macht Musik politisch? Dem Dreiklang ist es frei nach Adorno schließlich egal, ob er von links oder rechts erklingt. Kann Musik also überhaupt politische Botschaften vermitteln, trägt sie gar eine politische Verantwortung? Oder hat Arthur Schopenhauer Recht, wenn er die Musik neben der Weltgeschichte ansiedelt, schuldlos und damit letztlich auch schuldunfähig?

Wenn in Zeiten des physical distancing Musiker*innen international vor die Kamera treten, um Beethovens „Ode an die Freude“ zu interpretieren, dann ist ihre Botschaft nicht weniger politisch als vor 200 Jahren bei der Uraufführung der 9. Sinfonie. Nur die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Und wenn es im internationalen Opern-Repertoire lediglich ein einziges Werk gibt, das mit komplett schwarzer Besetzung gespielt wird, dann stellt sich in Zeiten von „Black Lives Matter“ auch hier die Frage nach der gesellschaftspolitischen Verantwortung von Musik.

Was aber macht eine Ouvertüre „vaterländisch“? Wer interessiert sich weshalb für Adolf Hitlers Lieblingsblume? Und warum singen die Vögel im katalanischen Volkslied „El Cant dels Ocells“ laut Pablo Casals beharrlich vom Frieden?

Innerhalb des Kurses soll die gesellschaftliche Funktionsweise von Musik untersucht und der Frage nachgespürt werden, wie Klänge politisch mobilisiert werden.

Kursleitung

Veröffentlicht im Oktober 2020 in Kurse von ; zuletzt geändert: 22. Oktober 2020
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