Geschichte

Geschichtswissenschaften wozu?
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Wohl die allermeisten Menschen reden vom Ersten Weltkrieg, ohne sich zu fragen, ob es überhaupt ein Weltkrieg war, und wenn, ob es auch wirklich der Erste Weltkrieg war. Schließlich: Warum ist er eigentlich ausgebrochen? Bei den beiden ersten Fragen geht es um Fakten, bei der Dritten um Erklärungen.

Damit sind die vielleicht grundlegendsten Arbeitsfelder professioneller Historiker benannt. Denn insbesondere auf Grundlage von ihnen festgestellter Fakten erklären sie historisches Geschehen. Aber gelingt ihnen dies überzeugend? Erweisen sich vermeintlich harte historische Fakten nicht immer wieder als bloße Deutungen? Immerhin erachten manche Historiker den Ersten bereits als siebten oder achten Weltkrieg! Und die Gründe für seinen Ausbruch sind nach wie vor höchst umstritten. Damit ist auch schon beschrieben, worum es in unserem Kurs letztlich geht: Was kann Geschichtswissenschaft als Wissenschaft leisen? Ja, handelt es sich überhaupt um eine Wissenschaft (aber was ist Wissenschaft überhaupt?) oder nicht vielmehr um eine Art Kunst? Hierüber streiten sich nicht nur Historiker spätestens seitdem sich ihre Disziplin im 19. Jahrhundert als (so genannte?) Wissenschaft herausgebildet hat.

Wir werden solche fundamentalen Fragen behandeln, uns dabei intensiv mit der Arbeitsmethode von Historikern, der so genannten historisch-kritischen Methode, befassen, und zudem analysieren, wozu die Befassung mit Geschichte überhaupt gut ist.

Kursleitung:
Dr. Georg Christoph Berger Waldenegg, Professor für Neuere Geschichte,
Universität Heidelberg.